EMIR II

Im Anschluss an die Finanzkrise 2008 haben die Aufsichtsbehörden die fehlende Transparenz als einen Grund für das ansteigende Risiko am Derivatemarkt identifiziert. Im März 2012 hat das Europäische Parlament die Europäische Marktinfrastrukturverordnung (EMIR – VO (EU) Nr. 648/2012) verabschiedet, um (i) die Transparenz im over-the-counter (OTC) Derivatemarkt zu erhöhen, (ii) Kreditrisiko zu minimieren und (iii) das operationelle Risiko zu verringern. Sie basiert auf drei Prinzipien:

Seit Februar 2014 müssen finanzielle und nicht-finanzielle Kontrahenten (FC/NFC) sowie zentrale Kontrahenten gewährleisten, dass alle Abrechnungen, Änderungen und Terminierungen von Derivatekontrakten – egal ob OTC oder börsengehandelt – bis zum Ende des folgenden Geschäftstages an die TR gemeldet werden. Diese detaillierten Informationen müssen den Aufsichtsbehörden zugänglich gemacht werden. Zusätzlich müssen TR, welche durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (European Securities and Markets Authority – ESMA) überwacht und akkreditiert werden, die aggregierten Daten für OTC und gelistete Derivate veröffentlichen.

Im Mai 2015 hat die Europäische Kommission (EK) eine öffentliche Konsultation zu EMIR herausgegeben („EMIR II“). Der diesbezügliche endgültige ESMA-Bericht (2015/1645) wurde der Kommission am 13. November 2015 zur Genehmigung vorgelegt. Am 21. Januar 2017 hat die Europäische Union überarbeitete technische Durchführungsstandards (implementing technical standards – ITS) ((EU) Nr. 1247/2012) und technische Regulierungsstandards (regulatory technical standards – RTS) ((EU) Nr. 148/2013) gem. Art. 9 (Meldeanforderungen) EMIR im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Diese Novellierungen treten mit dem 10. Februar 2017 in Kraft und werden mit dem 01. November 2017 Anwendung finden.

Im Nachgang zu einer weiteren umfangreichen Evaluierung der EK wurden im Mai 2017 und darauffolgend im Juni 2017 eine Reihe von Revisionen zu EMIR vorgeschlagen, welche einfachere Regeln und stärkere Proportionalität für OTC-Derivate einführen, die Aufsicht von Drittland-CCPs verbessern und die Aufsicht von EU CCPs kohärenter gestalten.

Mit ABACUS/Transactions bietet BearingPoint eine modulare Softwarelösung für das transaktionsbasierte Meldewesen. Das TR2-Modul unterstützt die EMIR-Novellierungen für das DTCC und die RegisTR Transaktionsregister.

Teilen:

Wählen Sie Ihre Sprache

×